Auswärts arbeiten – das bedeutet mitunter, die überwiegende Lebenszeit getrennt von Familie, Freunden und der Heimat „aus dem Koffer“ zu leben. Je nach Firmenstandard teilen sich Arbeiter den Schlafraum. Privatsphäre gibt es da nicht mehr wirklich. Ausflugsfahrten in der knapp bemessenen Freizeit in die naheliegenden Berge oder die Umgebung sind für manche Dienstfahrzeuge nicht vorgesehen. So sitzt mancher Arbeiter über Tage, Wochen oder gar Monate zwischen Arbeit und Unterkunft fest. Wenn ich mit meinen Gästen spreche, höre ich über Unterkunfts-Normalitäten, die ich kaum glauben mag. Nie vergessen werde ich die Situation bei einem Check-in mit ukrainischen Arbeitern. Wie gewohnt bin ich mit den Herren in der Küche der Ferienwohnung die Anmeldeunterlagen und die wissenswerten Informationen zu Wohnung und Haus durchgegangen. Als es ums Hereinholen des Gepäcks ging, standen die Herren unschlüssig herum, schienen zu warten. Als wir die Sprachbarriere dank Technik überwinden konnten, war die Frage: Wo werden wir schlafen, wo werden wir kochen? Die Gäste konnten ihr Glück kaum fassen, als ich klären konnte, dass wir uns bereits mitten in ihrer „Ferien-„Wohnung befanden und für sie zur Verfügung steht. Die Herren hatten den Raum für meine eigene Wohnung gehalten… Selten habe ich so viel Freude bei einem Check-in erlebt. Ich kann nur erahnen, was sie sonst so erlebt haben. Als ich vor mehr als 15 Jahren angefangen habe, Ferienwohnungen zu vermieten, wollte ich mein Angebot ohne Unterschied für alle Gäste egal welcher Zielgruppe etablieren. Warum sollten arbeitende Menschen „einfacher“ wohnen, als Erholungssuchende? Mein Maßstab dabei war und ist: Was würde ich mir für meinen Mann, meinen Sohn, meinen Vater wünschen, wenn er auswärts den Lebensunterhalt der Familie erarbeitet? Obwohl ich zugeben muss, dass ich die Wertschätzung für den hohen Standard überraschend oft vermisst habe – so manche kleine „Generalsanierung“ musste in den vergangenen Jahren vorgenommen werden, bis die Wohnung wieder im vom mir vertretenen Zustand an den nächsten Gast übergeben werden konnte – bin ich bis heute von der Richtigkeit dieser Haltung überzeugt. Sollte ich jemals meinen eigenen Anspruch an Ausstattung, Atmosphäre und Sauberkeit verlieren, möchte ich nicht mehr vermieten. Bis dahin finden Berufsreisende und Erholungssuchende bei Wolframms Wohlfühl-Ferienwohnungen in Kaufbeuren.


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